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Moosburg, 14.09.2005 (mh)
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Sehr geehrte Damen und Herren des Wasserwirtschaftsamts Weilheim,
in Ihrer Stellungnahme vom 05.09.05 zum Betrieb des Sylvensteinspeichers während des August-Hochwassers weisen Sie alle Vorwürfe bezüglich eines Hochwasser verstärkenden Verhaltens von sich und sprechen sogar davon, noch schlimmere Folgen verhindert zu haben. Die fehlende Einsicht hilft den vom Hochwasser Betroffenen nicht weiter, weder aktuell, noch in der Zukunft. Die nach meinen Erkenntnissen zu beanstandenden Fehler beim Betrieb des Sylvensteinspechers sind in zwei Bereiche zu gliedern:
- Dauerhafter Betrieb des Sylvensteinspeichers mit zu hohem Normalstaupegel
- Zu späte und falsche Reaktion auf die Wetterwarnungen des DWD München
Der Speichersee hat nach Ihren Angaben ein maximales Fassungsvermögen von 124, 3 Millionen Kubikmeter. Aufgrund des Tiefststauvolumens von 40 Mio. m³, das nicht abgelassen werden kann und der 'eisernen' Ablauf-Reserve von 5 Mio. m³ , beziffern Sie den verfügbaren Hochwasserrückhalteraum auf 79,3 Mio. m³. Dieses Stauvolumen wird durch den 'Normalstaupegel' von 80 Mio. m³ halbiert, so daß sowohl für den Zufluss, als auch für den Abfluss 40 Mio. m³ zum Ausgleich genutzt werden können.
Der Stausee wurde in den 50er Jahren geplant und 1959 in Betrieb genommen, um in erster Linie vor Hochwasser zu schützen. Gerade die verheerenden Überschwemmungen von 1940 und das Hochwasser von 1954 haben den Bedarf zur Regulierung der Isar dramatisch aufgezeigt. Ein weiteres Ziel war, auch in Niedrigwasserzeiten eine gewisse Mindestdurchflussmenge an Wasser in der Isar zu gewährleisten. Zu guter Letzt kann der Speicher zur Stromgewinnung genutzt werden, was gerade heute unter den Aspekten umweltfreundlicher Energiegewinnung und dramatisch steigender Rohölpreise zu begrüßen ist. Diese wirtschaftliche Nutzung muß auch nicht im Widerspruch zum Hochwasserschutz stehen.
Aus obiger Tabelle wird ersichtlich, daß bei einem jährlichen minimalen Speicherzufluss von 10 m³/s der zur Stromerzeugung und Gewährleistung des Minimaldurchflusses der Isar benötigte Speicherabfluss von 19 m³/s bei jetzigem 'Normalstau' für 49 Tage garantiert werden kann. Dieser Speicherabfluss orientiert sich am mittleren Speicherzufluss, der im Jahresdurchschnitt bei 18,9 m³/s liegt. Damit wird also genau so viel Wasser an die Isar abgegeben, wie sie ohne Stausee auch erhalten würde, nur eben gleichmässiger über das Jahr verteilt.
Aus der Grafik wird ersichtlich, daß selbst in einem so extrem trockenen Jahr wie 2003, ein deutlich abgesenkter Normalpegel für den Erhalt des gewünschten Isar-Durchflusses ausgereicht hätte. Ein Festhalten am Normalstau von 80 Mio. m³ lässt sich daher nicht weiter begründen. Angesichts der Zunahme großer Hochwasser kann sich der Betreiber des Sylvensteinstaussees, wenn er seine Hauptaufgabe - den Hochwasserschutz - gewissenhaft betreiben will, nicht länger einer signifikanten Absenkung des Normalpegels - am sichersten auf das 'Tiefststauvolumen' - entgegen stellen.
Der zweite Vorwurf richtet sich gegen ein falsches Betriebsmanagement unmittelbar vor dem Hochwasser. Sie, das WWA Weilheim, verweisen in Ihrer Stellungnahme vom 05.09.2005 darauf, dass mit der vorgenommenen Steuerung des Abflussverlaufs nach der Wetterwarnung der Seepegel (minimal) gesenkt wurde und nach einsetzendem Niederschlag der Abfluss wieder drastisch reduziert wurde, um die zu erwartenden Zuflüsse in die Isar unterhalb des Sylvensteinspeichers auszugleichen. Mit dieser Strategie hatten Sie sich jeden Spielraum genommen, als dann die durchaus zu erwartenden extremen Zuflussmengen den Seepegel innerhalb kürzester Zeit dramatisch ansteigen ließen. Um ein Überlaufen mit katastrophalen Folgen für die Isaranrainer und den Sylvensteinspeicher selbst zu verhindern, musste innerhalb weniger Stunden der Abfluss auf sein Maximum erhöht werden. Wie knapp man an der Katastrophe vorbei schrammte wird daraus ersichtlich, daß der See übergelaufen wäre, wenn die Öffnung nur vier Stunden später erfolgt wäre.
In seiner 'Chronologie der Warnungen zum Hochwasser in Bayern' weist der Deutsche Wetterdienst ausdrücklich darauf hin, daß er rechtzeitig gewarnt hat. Darin heißt es wörtlich:
Im Gegensatz zu Ihnen, dem WWA Weilheim, wurde das WWA Kempten, zuständig für den Forgensee aktiv:
Aus der angekündigten Niederschlagsmenge von bis zu 200 Liter / m² und der Niederschlagseinzugsfläche des Sylvensteinspeichers von 1.138 Km² läßt sich ein Zufluss von ca. 227,6 Mio. m³ ableiten. Dies entspricht dem 2,7-fachen des gesamten maximalen Hochwasserrückhalteraums.
Als verantwortungsvoller Betreiber hätten Sie bis zum Eintreffen der Niederschläge den Speicher komplett (bis zum Tiefsstauvolumen) leeren müssen. Zum Glück belief sich dann der Zufluss von Montag 16:00 Uhr bis Mittwoch 16:00 Uhr 'nur' auf ca. 79 Mio. m³ , also ungefähr die Menge, die von Ihnen als Hochwasserrückhalteraum angegeben wird. Nur diesem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, daß keine noch größer Katastrophe eingetreten ist. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn die angekündigte Niederschlagsmenge voll umfänglich in den Sylvensteinsee geflossen wäre.
Aufgrund der Abflussmengen der Loisach und der Fliessgeschwindigkeit von Loisach und Isar bis zum Zusammenfluss der beiden Gewässer hätten ohne Gefährdung der Anrainer bis Dienstag Nachmittag grössere Mengen Wasser aus dem Speicher abgelassen werden können. Wie man den beiden Grafiken auf dieser Seite (Quelle: WWA Bayern) gut entnehmen kann, wurde der Abfluss vor dem Niederschlagszufluss aber nur unwesentlich erhöht und als das Wasser kam, sogar fast komplett zurückgefahren. So haben Sie sich selber unter Druck gesetzt und mussten zum Zeitpunkt des höchsten
Zuflusses die 'Schleusen' voll öffnen.
Eine rechtzeitige Reaktion ihrerseits in Form eines signifikanten Abflusses vor Eintritt der Niederschläge hätte den Seepegel soweit gesenkt, daß das
Hochwasser am Sylvenstein bereits erledigt gewesen wäre, bevor es überhaupt anfing. Eine Vergleichsrechnung demonstriert dies deutlich.
Wie man in der letzten Spalte der obigen Tabelle deutlich erkennt, hätte die Durchflussmenge der Isar während der 'heißen Phase' des Hochwassers um 200 m³/s niedriger sein können, als wir es erleben mussten. In München hätte dies eine Reduzierung des Spitzenwertes auf ca. 800 m³/s, in Freising auf 670 m³/s und in Moosburg auf 650 m³/s bedeutet.
Diese Berechnungen zeigen aber auch, daß die Speicherkapazität des Sylvensteinsees nur begrenzt sind und selbst bei optimaler Bewirtschaftung Hochwasser dieser Größenordnung allein durch den Speichersee nicht ihr Gefahrenpotential verlieren. Weitere Maßnahmen sind notwendig. Aber ein sofort wirksames Instrument wäre die Absenkung des Normalpegels. Dadurch könnte entweder die unmittelbar vorher abzulassende Menge reduziert oder innerhalb von 48 Stunden der See komplett auf Tiefststauvolumen entleert werden.
Wäre der Speicher, wie oben ausgeführt mit einem geringeren Normalstau betrieben worden, hätte bei rechtzeitiger Pegelsenkung sogar Tiefststaunievau erreicht werden können, und dies ohne an die maximale Ablussmenge heran zu kommen; der verfügbare Speicherraum wäre zu Beginn des Niederschlagszuflusses komplett leer gewesen. In diesem Fall hätte ohne die Gefahr des Überlaufens zu riskieren, der Abfluss sogar um maximal 250 m³/s gesenkt werden können. Dies hätte den wirtschaftlichen Schaden dramatisch reduziert.
Eine Erhöhung der Staumauerkrone um 3 Meter, wie nun vom WWA Weilheim gefordert, würde das Stauvolumen auf ca. 133 Mio. m³ vergrößern. Diese Maßnahme wird prinzipiell unterstützt. Ihre volle Wirkung kann sie aber nur bei einer auf Hochwasser ausgerichteten Bewirtschaftung mit möglichst niedrigerem Normalstau und einer schnelleren Reaktion auf Wetterwarnungen zeigen.
Mit freundlichen Grüßen
Mike Hilberg
Vorsitzender der UMB
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Nächste Runde im Streit um Kanalgebühr
'Bangemachen gilt nicht', sagte mein Anwalt zu den hilflos anmutenden Einschüchterungsversuchen
des von der Stadt Moosburg beauftragten Anwalts Guido Morber.
Fakt ist, dass die Stadt nicht nur für die Gebührenbescheide 2009 keine rechtsbeständige Beitrags-
und Gebührensatzung besitzt. Somit bleibt ihr nur die Möglichkeit die „streitgegenständlichen Bescheide“
zurück zu ziehen, oder das Verfahren vor Gericht weiter in die Länge zu ziehen. In beiden Fällen wird
die Stadt den Musterprozess verlieren mit der Folge, dass ich und die damaligen Widerspruchsführer
ihre Abwassergebühren des Jahres 2009 von der Stadt zurück erhalten werden.
Die selbe Rechtslage gilt für die Bescheide der Jahre 2010 und 2011. Gegen meine Bescheide der Jahre
2010 und 2011 habe ich bereits termingerecht Widerspruch eingelegt und ich werde rechtzeitig Klage
erheben. Damit biete ich allen Moosburgerinnen und Moosburgern nun ein Musterverfahren gegen die
überhöhten Abwassergebühren 2011 an. Das heißt, wer rechtzeitig innerhalb eines Monats seit Zustellung
gegen seinen kürzlich ergangenen Gebührenbescheid für 2011 Widerspruch einlegt, braucht selbst nicht
zu klagen. Sie/Er wird ohne eigenes finanzielles Risiko nach Abschluss meines Musterverfahrens seine
Abwassergebühren von der Stadt zurück bekommen. Ein geeignetes Widerspruchsformular finden Sie hier
im Leitartikel oder auf der 'Download'-Seite und bei Bedarf auch in Papierform bei mir auf Anfrage.
Bitte die Monatsfrist beachten: die meisten Bescheide sind Mitte Februar versandt worden.
Moosburg, den 04.03.2012
Ihr Erwin Köhler
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von der Redakteurin des Freisinger Tageblatt Andrea Schillinger-Fuchs am 01.07.2006:
Transparenz schafft Vertrauen
Ist es wirklich so nervenaufreibend, wenn sich ein Bürgervertreter in eine komplizierte Materie einarbeitet,
wenn er die Dinge hinterfragt und um mehr Transparenz bittet? Nichts anderes macht Erwin Köhler im Moosburger
Stadtrat. Lorbeeren erntet er dafür nicht. Von den einen wird Köhler belächelt, von den anderen als extrem
anstrengend empfunden, wegen seiner zeitraubenden Fragen. Konkretes Beispiel: die Stadtratssitzung am Montag
(26.06.2006 Anm. d. UMB). Zentrales Thema: die Kläranlage Moosburg. Ohne an dieser Stelle auf Zahlen einzugehen,
stellt sich schon irgendwann die Frage, warum Erwin Köhler in der Sache so gegen Windmühlen kämpfen muss.
Schließlich zeigt sich das Gremium des Moosburger Stadtrates auch in anderen Punkten - Dingen, bei denen es
nicht um Beträge in Millionenhöhe geht - oftmals sehr diskussionsfreudig. Dabei scheint es Erwin Köhler nicht
um mehr Mitspracherecht zu gehen, sondern um mehr Informationen, eine größere Transparenz - für alle. Das ist
auch im Sinne der Moosburger Bürger. Die nämlich wollen mit Sicherheit auch im Detail wissen, was mit ihren
vielzitierten Steuergeldern geschieht. Vertrauen zum Aufsichtsrat hin oder her: Dem Geschäftsführer und Kämmerer
der Stadt Moosburg in Personalunion, Hans Walther, müsste es doch eigentlich am Herzen liegen, die öffentlichkeit
von der Qualität seiner Arbeit zu überzeugen, anstatt die Bürger mit dünnen Informationen, mit denen der Stadtrat
vor Köhlers ständigem Nachhaken gefüttert worden ist, zu verunsichern.
Es gibt nichts zu vertuschen in Sachen Kläranlagen Moosburg GmbH - das werden die Aufsichtsräte nicht müde, zu
beteuern. Doch ohne dem Aufsichtsrat seine Arbeit wegnehmen zu wollen: Es ist die Aufgabe jedes einzelnen
Stadtrats, alles genau wissen zu wollen. Mehr Transparenz, mehr Vertrauen. Und das gute Gefühl zu wissen, weshalb
man bei der Entlastung des Aufsichtsrates die Hand gehoben hat.
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